Fieberbehandlung aus Sicht der Kinder-Homöopathin

Kind liegt mit Fieber im Bett

Fieber gehört bei Kindern oft zum Heilungsverlauf.

Der Frühling klopft schon leise an die Tür, aber die kalten und wechselhaften Tage wollen nicht enden. Es beginnt die Hochsaison für Erkältungskrankheiten und Infektionen der oberen Atemwegen. Frau Vera Kaesemann ist seit 1995 niedergelassene Kinderhomöopathin und Autorin des Buches „Krankheit als Sprache der Kinderseele“, beschreibt die ganzheitliche sichtweise des Umgangs mit dem Fieber in der Kindersprechstunde.
„Gebt mir die Macht, Fieber zu erzeugen, und ich heile jede Krankheit“ wusste bereits Paramenides lange vor unserer Zeit. Fieber ist keine Krankheit, obwohl der gesamte Organismus betroffen und beeinträchtigt ist. Das Kind ist kampfbereit und will es mit der Bedrohung aus der Außenwelt (Bakterien, Viren usw.) aufnehmen und seine (Abwehr-)Kräfte messen. Diese Hitze des Gefechts ist grundsätzlich gut und nur in einem gesunden Organismus möglich, der noch fiebern kann und bereit ist, im übertragenen Sinn den Kampf für das Leben aufzunehmen. Sich mit Erregern zu messen, ihnen den Gar aus zu machen, innerlich zu kochen, diese problematischen Störenfriede zu verbrennen und so das Gleichgewicht im Körper wieder herzustellen, ist das Ziel, dem entgegengefiebert wird. Bei chronisch kranken Menschen wie z.B. Allergikern, immungeschwächten Menschen oder Krebspatienten finden wir in der Vorgeschichte meist kein Fieber mehr. Schon modernen Kindern, die heute in der Regel von Geburt an mit Impfungen, Antibiotika und anderen unterdrückenden Maßnahmen traktiert werden, fehlt dieses Zeichen einer gesunden Abwehr oft schon bald. Ihnen mangelt es an dieser vitalen Reaktion und damit an Reife des Immunsystems, wie auch an der Bereitschaft zu kämpfen und sich auseinander zu setzen, und somit auch an natürlichem Schutz aus eigener Kraft.
Mit jedem Grad Fieber verdoppelt sich die Leistung des Immunsystems und jedes Fieber trainiert das System für spätere Einsätze. Die aktive Abwehrbereitschaft des Körpers gegen Erreger wird somit zur wichtigen Schulung auf dem Weg zu einer eigenständigen und vitalen Persönlichkeit. Viele Eltern erleben das im gestärkten Selbstbewusstsein ihres Kindes nach durchlebter Fieberkrise. Ein Reifungsprozess hat stattgefunden. Solche Kinder können ihr Leben ganz anders in die Hand nehmen, ihre Grenzen testen oder auch mal Widerworte geben und streiten. Sie sind schlagfertig und voller Begeisterung und können mutig Entscheidungen fällen. Ganz nach dem Motto: „Früh übt sich, wer ein Meister werden will.“ Vorraussetzung dazu ist, dass das Kind – gegebenenfalls auch hoch – fiebern kann und das zugrundeliegende Problem so überwindet. Dabei muss es sich mit seiner Leidensfähigkeit und den eigenen Grenzen auseinandersetzen. Kinder – wie auch Erwachsene – lernen nicht dadurch, dass ihnen alles abgenommen wird und alle  Schwierigkeiten aus dem Weg geräumt werden. Sie müssen im Gegenteil liebevoll und voller Vertrauen begleitet und unterstützt werden, während sie ihre Krisen selbst durchleben und meistern. Dann geht ein gereiftes und gestärktes Kind aus überstandenen Infektionskrankheiten mit ihren Fieberschüben hervor.

Problemlos tolerierbares Fieber?

Die Höhe des Fiebers ist nahezu belanglos. Wichtiger ist, ob das Kind ausreichend trinkt und über Urin, Schweiße und eventuell Stuhlgang ausscheidet, ob es redet und ansprechbar ist, schlafen, entspannen und regenerieren kann. Auch Temperaturen über 39 Grad, sind nicht generell gefährlich, wenn das Kind sorgfältig beobachtet wird. Jetzt wäre allerdings auf alle Fälle die Hilfe eines versierten Homöopathen von Nöten. Allerdings kann auch schon ab 38,5 Grad Betreuung notwendig sein. Die Qualität des Fiebers ist immer wichtiger als die Quantität. „Immer wieder erlebte ich in der Praxis Kinder, die mit hohem Fieber und mit hochroten Wangen und glasigen Augen, aber sonst putzmunter, in der Praxis marschieren und sofort mit dem Spielen anfangen. Nach einer gründlichen Untersuchung ist oft abgesehen von der Beratung und Beruhigung der Mutter  keine Behandlung notwendig“, so die Kinderhomöopathin.

Argumente gegen Fiebersenkung

  • Wir sollten dem Immunsystem die Arbeit nicht abnehmen, sonst wird es schwach und untrainiert und kann im Ernstfall nicht mehr adäquat reagieren.
  • Sowohl Kinder als auch Eltern müssen lernen, eine gewisse Frustration zu ertragen bis das Immunsystem seine Erfahrungen gemacht hat.
  • Eltern können auf diese Weise lernen, den Selbstheilungsfähigkeiten des kindlichen Organismus zu vertrauen und den Reifungsprozess nur lenkend zu unterstützen.

Wenn eine Fiebersenkung erwünscht sein sollte, dann ist es meist ratsam mit klassischen Naturheilmitteln und der Homöopathie zu beginnen, um die Selbstheilungskräfte des Menschen nicht zu stören, sondern zu unterstützen. Ein erfahrener Therapeut kennt die Grenzen und die Wirkungsmechanismen. Die alte ärztliche Regel, medicus curat – natura sanat – der Arzt pflegt, die Natur heilt, meint das.

Vera Kaesemann,
Kinderhomöopathin,
Bahnhofstr. 36,
22880 Wedel,
Tel. 04103-808 584

www.chirocare.de

facebooktwittergoogle_plusredditpinterestlinkedinmail
Blätterausgabe
Werbung